Bayerns Wissenschaftsmininister Dr. Wolfgang Heubisch (Mitte) diskutierte beim Themenstammtisch der FDP München Nord mit Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer (rechts) und der Kreisvorsitzenden Ruth Hohenadl über "Wissenschaft und Forschung in Bayern und Deutschland im internationalen Zusammenhang". Bild: Alexander Hauk
"Wissenschaft und Forschung in Bayern und Deutschland im internationalen Zusammenhang", das war das Thema beim gestrigen Themenstammtisch des FDP-Kreisverbandes München-Nord, dem Heimatkreisverband von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch. Anknüpfend an seinen Vorredner, Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, lobte Minister Heubisch den anschaulichen Beweis für die Bedeutung der Forschung. Den Vortrag von Professor Holsboer nutzte der Minister auch, um die Arbeit der Max-Planck-Gesellschaft hervorzuheben. Gerade die Arbeit der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie es die Max-Planck-Institute sind, zeichneten den Freistaat aus.
Heubisch machte deutlich, dass die Wissenschafts- und Forschungspolitik über die Zukunft Bayerns entscheide. Für ihn sei die Wissenschaft die unverzichtbare Grundlage für andere Politikfelder, vor allem aber für die Wirtschaft. Kritisch sehe er in diesem Kontext die ausufernde Staatsverschuldung, die von einer immer weiter schrumpfenden jungen Generation zu tragen sei. Staatsminister Heubisch machte vor diesem Hintergrund klar, dass junge Menschen daher die beste Ausbildung benötigten. "Das sind wir den jungen Leuten schuldig", so Heubisch. Für den kommenden Haushalt 2011/2012 will sich der Wissenschaftsminister für mehr Investitionen in die Bildung einsetzen, die für ihn von den Vorschulen, über die Schulen bis hin zu den Hochschulen reiche. "Auch in Zeiten einer angespannten Haushaltslage darf der Freistaat bei der Bildung nicht sparen", warnte Heubisch. Der Minister machte deutlich, dass das komplette bayerische Kabinett die Wichtigkeit der Forschungspolitik erkannt habe. Gleichzeitig plädierte er für einen Ausbau der Biowissenschaften, für welche die Standorte Martinsried und Großhadern prädestiniert seien.
Ein Kritikpunkt des Ministers war, dass Entscheidungen in der Forschungspolitik zumeist aus rein politischen und nicht wissenschaftlichen Gesichtspunkten getroffen würden. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Verteilung der Forschungsgelder. Um das Gewicht des Freistaates in der Forschungspolitik zu verstärken, ist für Anfang Mai ein Spitzentreffen mit Bundesministerin Annette Schavan angesetzt.
Für Heubisch ist eine gute Wissenschafts- und Forschungspolitik nur zu gestalten, wenn auch der aktive Austausch mit anderen Ländern gesucht wird. Hierzu wird der Wissenschaftsminister im Herbst zusammen mit seiner liberalen Kabinettskollegin, Staatssekretärin Katja Hessel, in die kanadische Stadt Québec reisen, um verschiedene Gespräche mit Unternehmern, Wissenschaftlern und Forschern zu führen. Eine weitere Reise soll noch im Spätsommer an die Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika führen, um dort Forschungseinrichtungen zu besuchen. Für ihn, so Heubisch, sei der Blick nach außen wichtig, um in der Wissenschaft und Forschung stetig besser werden zu können.
Heubisch warb bei den Besuchern der Veranstaltung um Unterstützung seiner liberalen Wissenschafts- und Forschungspolitik. "Wir wollen wieder Nummer 1 in Deutschland werden", so der Staatsminister abschließend.
